Von Projekten ohne Zeitdruck

Beim Stuttgarter Stammtisch staunten die Teilnehmer*Innen nicht schlecht, über Projekte ohne Zeitdruck und den entsprechenden Herausforderungen zu diskutieren.

Mehr Zeit für Brainstorming

Erste Rückfragen wurden glaubhaft beantwortet, dass es sich um keinen Scherz handelt. Dem Auftraggeber geht es mittel- bzw. langfristig um Marktanteile. Diese sollen mittels der Strategie qualitativ hochwertiger bzw. neuer Funktionen oder Produkteigenschaften erzielt werden. Entsprechend liegt der Fokus auf dem Scope und der Qualität. Die Bereitschaft zu investieren ist vorhanden. Die zeitliche Komponente des magischen Dreiecks hat die niedrigste Priorität.

Aus dieser Konstellation leitet sich ab, dass ein besonderer Fokus auf den Produkteigenschaften oder Funktionen liegt. Um diese umsetzen zu können ist es wichtig, Anforderungen zu erarbeiten und diese zu spezifizieren. Schnell wurde in der Diskussionsrunde klar, dass sich entsprechende Ideen nicht aus dem sprichwörtlichen Hut zaubern lassen. Ein weiteres Indiz dafür, dass bei dieser Art von Projekten ein besonderes Augenmerk beim Anforderungsmanagement oder Ideation-Phase liegt. Und in diesem Wissengebiet dann wiederum bei den Kreativitätstechniken, wie zum Beispiel die Walt Disney Methode oder 6-5-1 oder Brainstorming. Allgemeine Erkenntnis war, dass selbst bei einer vermeintlich trivialen Methode wie dem Brainstorming häufig Grundlegendes vernachlässigt wird. In erster Linie wurden empfohlen, dass eine konsequente Moderation schon viel helfen kann, um Ideen zu sammeln, an die Wand zu werfen und entsprechend zu bewerten.

Blick über den Tellerrand

Unabhängig vom Vorgehen im Projekt kann der Ansatz Design Thinking in diesem Fall empfohlen werden, da die Ergebnisse sich positiv auf das Projektziel auswirken. Die Methode aus dem Umfeld des Innovationsmanagement rückt die Nutzenden bzw. Anwender*Innen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Vor der eigentlichen Ideengenerierung gilt es zu verstehen, zu beobachten und die gewonnene Erkenntnis festzuhalten, z.B. mittels sog. Personas. Dann erfolgt die Ideenfindung (z.B. mittels dem o.g. Brainstorming). Die Ideen sollen bestmöglich Probleme lösen bzw. Aufgaben erledigen. Die vielversprechendsten Ideen werden als Prototyp umgesetzt und am besten von „echten" Nutzer getestet. Innerhalb der Methode gibt es mehrfach die Möglichkeit in Iterationsschritten vorzugehen, je nach Feedback.

Die Anforderungen, zu dem aus dem Design Thinking resultierenden Produkteigenschaften oder Funktionen, können in Sprints erarbeiten werden. Dazu wäre es möglich sich an Scrum zu orientieren, d.h. iterativ (in Sprints) vorgehen und die Anforderungen und die Abhängigkeiten Schritt für Schritt auszuarbeiten. Im Backlog könnte in Form von User Stories die Funktionen festgehalten sein. Und das Produktinkrement wäre in dem Fall z.B. vom Team abgenommen Tickets mit Abnahmekriterien oder ein Dokument (z.B. zur Ausschreibung, dann könnte es auch als Lastenheft bezeichnet werden).

×
Stay Informed

When you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.

Fortschritt messen oder schätzen
Scrum – spielerisch simuliert
 

Comments

No comments made yet. Be the first to submit a comment
Already Registered? Login Here
Guest
Sonntag, 07. August 2022
Cookies helfen uns, den Besuch der Website komfortabler für Sie zu machen. Dazu gehören bei uns auch anonymisierte statistische Auswertungen, aber keine Werbetracker! Bitte akzeptieren Sie also Cookies.